
Das Gemälde
entstand 1950, ist 4,20m x 1,80m groß, wurde 1983 aufwendig restauriert und mit einer schützenden Acrylabdeckung versehen. Es zeigt den Niendorfer Marktplatz Mitte des 19. Jahrhunderts und seine nähere Umgebung. Niendorf war ein Bauerndorf mit 750 Einwohnern (heute ca. 43.000) im Kreis Pinneberg, Herzogtum Holstein und stand unter der Verwaltung des dänischen Königs.
Oben, etwas links von der Mitte ist die Niendorfer Barockkirche von 1770 mit dem angegliederten Friedhof zu sehen. Vor der Kirche das Pastorat. Rechts der Kirche die Niendorfer Schule, an deren Stelle sich heute die Anna-Warburg-Schule befindet. Nach oben rechts zweigt vom Niendorfer Marktplatz die heutige Friedrich-Ebert-Straße nach Schnelsen und nach links die Kollaustraße in Richtung Lokstedt ab. Auch die Straße Tibarg (damals Hauptstraße) mit den typischen Bauernhäusern, die gegenüber dem Pastorat in den Marktplatz mündet, ist zu sehen. Das große Haus an der Einmündung in Richtung Schnelsen ist die Vogthufe, der Hof 10 von Hans-Joachim Behrmann. Gegenüber das Gasthaus „Bäcker“ mit seinem Gartenlokal, rechts daneben der Hof 9 von Joachim (II) Sottorf und auf der anderen Straßenseite der Hof 11 von Bauer Timm, damals bewirtschaftet von Hinrich Daniel Timm. Dieser Hof soll immer den größten Misthaufen vor dem Haus gehabt haben – damals ein sichtbares Maß für den Reichtum des Hofbesitzers.
Der Künstler
Friedrich (Fritz) Wilhelm Rudolph Beyle, geb. am 29. Januar 1899, gest. am 11. Oktober 1997, studierte nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg an der Staatl. Kunstgewerbeschule (seit 1955 HFBK). Von 1934 bis 1964 leitete er die Meisterschule des Hamburger Malerhandwerks. Ab 1950 lehrte er in der Lehrerausbildung des Pädagogischen Instituts der Universität Hamburg das Fach Bildnerisches Gestalten. Beyle spezialisierte sich auf großflächige, dekorative Wandmalereien in privaten und öffentlichen Gebäuden. Die meisten seiner Arbeiten wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Stadt Hamburg verlieh ihm 1974 die silberne Medaille des Senats.
Der Niendorfer Lehrer Max Möller versorgt Beyle mit den historischen Details für dieses Bild. Möller hat nach Ende des zweiten Weltkriegs bis 1969 an der Niendorfer Volksschule am Markt, der heutigen Anna-Warburg-Schule unterrichtet.
Wir danken Manfred Meyer für seine Recherche.
