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Berichte 2019

Sonntagsspaziergang

Erinnerungskultur in Lokstedt

17.11.2019 – Bei herrlichstem Herbstsonnenschein versammelten sich zum Volkstrauertag nach dem Gottesdienst in der Christ-König Kirche an der Lutherbuche, mehr als 30 Menschen – unter ihnen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Lokstedt, um am benachbarten Ehrenmal an der Ecke Grandweg der Toten des Ersten Weltkriegs zu gedenken, Kränze nieder zu legen und eine Ansprache von Joerg Kilian zu hören. In seiner Rede forderte er dazu auf, dem sich ausbreitenden Nationalismus, Populismus und Rassismus mit einer entschlossenen und entwaffnenden Haltung entgegenzutreten.

Zusammen mit Sebastian Dorsch ging es danach weiter zu einem sehr versteckten, unbekannten jedoch umstrittenen und daher verwahrlosten Denkmal auf dem Gelände des Fußballvereins Eintracht Lokstedt in der Döhrntwiete. Das um 1920 errichtete "Mahnmal an der Skagerrak-Kampfbahn", ein Ensemble aus sieben Findlingen, die die "verlorenen" Gebiete repräsentieren, sollte an die Schmach des Versailler-Vertrages erinnern. Im Zweiten Weltkrieg wurden die bronzenen Gedenktafeln von den Steinen entfernt. Heute ist die Stätte von Brombeerdickicht überwuchert, das jährlich vom Bezirksamt entfernt wird.

Einige Schritte weiter auf dem Gelände des Turnverein Lokstedt erläutert Joerg Kilian, was es mit dem Gedenkstein für die 14 gefallenen Turnbrüder auf sich hat:

Bei Planierungsarbeiten im Jahre 1931 wurde ein 40 Zentner (2 t) schwerer Findling geborgen, auf den eine bronzene Gedenktafel montiert und zum 40. Vereinsjubiläum am 31. Juli 1932 eingeweiht wurde. Mit Hilfe der Loksteder Baufirma Burmeister sowie Mitgliederspenden wurde die bronzene Tafel gegossen und der Gedenkstein auf einen mit Feldsteinen gemauerten Sockel gestellt.

Zurück beim Ehrenmal an der Lutherbuche konnten die verbliebenen Spaziergänger von Sebstian Dorsch interessante Hintergründe über das Bauwerk erfahren. Die Einweihungsfeier am 11. Mai 1924 lockte Tausende von Menschen an. Finanziert und erbaut wurde es ausschließlich durch Spenden und mit den Händen Lokstedter Handwerker. Man muss sich vor Augen halten, dass seinerzeit der Großteil der Bevölkerung begeistert deutsch-national eingestellt war. Das Ehrenmal mit der achtstrahligen Klinkersäule auf dem dreistufigen sternförmigen Podest ist formal sehr ansprechend und ein guter Ausgangspunkt für aktuelle und zukünftige Diskussionen den Sinn solcher Denkmäler.

Darüber hinaus wurde angeregt, zukünftig weitere Veranstaltungen der Erinnerungskultur zusammen mit der Kirche und befreundeten Vereinen durchzuführen: Beispielsweise einen Spaziergang zum Thema "Jüdisches Leben in Lokstedt".
Die auf dem Spaziergang gezeigten historischen Bilder der Denkmäler kommen aus dem Buch "Lokstedt - Niendorf - Schnelsen: Die holsteinisch-deutsche Geschichte und der Erste Weltkrieg" von Jürgen Frantz, das Sie hier erwerben können.

Fotos Joerg Kilian

Bildervortrag

Bilder vom Neuanfang

3.11.2019 - Das Bürgerhaus Niendorf platzte wirklich aus allen Nähten: Der Bildervortrag von Horst Moldenhauer „Wie Phönix aus der Asche“ zog über 80 alte, mittelalte und einige junge Niendorfer an.

Sie alle wollten über den Neuanfang des Geschäftslebens nach 1945 am zerstörten Ortskern von Niendorf erfahren.

Seit 1948 hieß die ehemalige Hauptstraße nun Tibarg und entwickelte sich in großen Schritten zusammen mit einem wachsenden Stadtteil zu einem lebendigen Zentrum, das auch in Zukunft weitere, positive Veränderungen vor sich hat. 

Die Anfänge der neuen Läden, die Horst Moldenhauer, Ur-Niendorfer, Zimmermeister, Feuerwehrchef und Chronist mit Herz, schildert, waren anrührend und zeigten vor allem eines: Der Einzelhandel hatte einst auch eine soziale Funktion, jeder kannte jeden, die Ladeninhaber standen selber hinter dem Verkaufstresen und kannten ihre Kunden und deren Bedürfnisse. Das Publikum ging mit, es wurde viele gelacht, aber auch nachdenkliche Wehmut war zu spüren. Der Nachmittag soll bitte wiederholt werden, war deutlich zu hören. Horst Moldenhauer wird sich dem nicht verschließen …

Sonntagsspaziergang

Burgwedel in Schnelsen hat eine eigene Geschichte

27.10.2019 - Burgwedel erkunden hieß es Ende Oktober. Siegbert Rubsch berichtete rund 50 Spaziergängern von den tiefen Wurzeln, die einer der jüngsten Stadtteile Hamburgs aufweisen kann. Borwich /Burgwedel  lässt sich wohl mit „Schweinsfurt“ übersetzen. Im Laufe des vorigen Jahrhunderts stieg Burgwedels Anteil an der Schnelsener Bevölkerung von Schnelsen von 7 Prozent  (1908: 152 Einwohner) auf 23 % nach Vollendung des Großbauprojektes Burgwedel im Jahr 1996. Nachdem das Projekt erstmals 1980 präsentiert worden war, legte man es mangels Bedarf und öffentlicher Finanzen zunächst ad acta; es wurde nach der Wiedervereinigung in etwas größeren Dimensionen wiederbelebt. Von den 12 kleinen Hofstellen, die 1789 auf der Verkoppelungskarte in Burgwedel verzeichnet waren, blieben nur wenige bis heute bzw. bis zum Bau des Großprojektes im Stadtbild erhalten. 

Die Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm kam zur Sprache, ebenso wie es zur Namensgebung für die Straßen und Institutionen in Burgwedel kam und welche Bedeutung die jährlichen Gedenkfeiern am Ort des Geschehens, in der Kirche und für die Viertklässler der beiden nahen Grundschulen haben.
Um die AKN ranken sich viele Geschichten im Lauf der 135 Jahre ihres Bestehens. Von einer Bahn, die Mühe hatte, die kleine  Steigung vor dem Eidelstedter Markt bei ihrer ursprünglichen Streckenführung zu schaffen, über die Verlegung  weg vom Sommerweg neben der Altona-Kieler Chaussee  auf die heutige Trassen, die Erweiterung bis Neumünster, bis hin zur modernen Vorortbahn mit modernen Triebwagen - alles das wurde kurz angesprochen, einschließlich der Zukunftsperspektiven Elektrifizierung durch ständige Durchfahrt zur Hamburger City.

In der „Perlenkette“ der Gaststätten, die Hamburger Sonntagsausflügler um die vorige Jahrhundertwende gern besuchten, ragt das „Ausspann“ als letztes Glied in besonderer Weise hervor. Aus der Lüdemann'schen Gaststätte, die 1894 gegründet wurde und sich schnell zu einem Treffpunkt der Schnelsener entwickelte, ist durch Familie Brunnemann ein hübsches Hotel, das „Ausspann“ mit 30 Zimmern geworden. Hier gab`s zur Stärkung einen ordentlichen Schnaps. Vielen Dank!

Anhand dreier Beispiele erklärte Manfred Meyer Aussehen und Bedeutung der Seitenrisalithäuser, die in der relativ kurzen Zeitspanne zwischen 1900 und 1914 gebaut wurden und die speziell in Schnelsen noch in größerer Anzahl zu sehen sind. Seine Dokumentation „Seitenrisalithäuser - Neues bürgerliches Wohnen in Lokstedt, Niendorf und Schnelsen“ für das Forum Kollau ist im lokalen Buchhandel und über www.forum-kollau.de zu beziehen.  Der nächste Halt galt dem ehemaligen Asylbewerberdorf, das von seinem ursprünglichen Platz an der Holsteiner Chaussee 397 in etwas kleinerem Umfang, aber in Massivbauweise auf die „Dreieckswiese“ (Holsteiner Chaussee 389 ) verfrachtet wurde. An der ursprünglichen Stelle werden nun drei fünfgeschossige Gebäude für öffentlich-rechtliche Unterbringung und vordringlich Wohnungssuchende, einschließlich eines Jungerwachsenenprojeks errichtet. 

Der Rundgang endete an der 1888 errichteten Schnelsener Mühle, einem von 15 Kulturdenkmälern des Stadtteils. Im nächsten Jahr ist wegen der guten Resonanz eine Wiederholung geplant!


Fotos: Manfred Meyer

Infostand

Tag des offenen Denkmals in der Mutzenbecher Villa

7. und 8.9 2019 – Auch in der Mutzenbecher Villa war an beiden Tagen des offenen Denkmals ordentlich was los! Es war toll, dass wir in der schönen restaurierten Veranda mit unseren Infostand dabei sein konnten. Viel interessiertes Publikum gab es auch für unseren Geschichtsverein, für den Manfred Meyer, Detlef Malchers und Ingelor Schmidt die Stellung hielten.

Der Backsteinbau wurde um 1900 errichtet und von dem renommierten Hamburger Architekten E. Elingius für Generaldirektor Mutzenbecher als Landhaus nach englischem Vorbild umgebaut. Das heruntergekommene Gebäude wird derzeit vom Verein Werte erleben e.V. denkmalgerecht instand gesetzt und soll als außerschulischer Lernort genutzt werden.

Foto Ingelor Schmidt

Stadtteil-Tour

Spiel mit Spaß bei der Lokstedt Rallye

7.9.2019 - Bei der Lokstedt Rallye 2019 hatte auch das Forum Kollau auf seinem Stand alle Hände voll zu tun: Rainer Funke, Siegbert Rubsch und Joerg Kilian wechselten sich ab beim Stempeln der Pässe und der Anleitung zu den Aufgaben: Lokstedt-Quiz, Lokstedt-Puzzles und dem Ausmalen des Wasserturms. Das Bürgerhaus Lokstedt veranstaltet die beliebte Rallye seit vielen Jahren im September mit großem Erfolg. Beste Gelegenheit, die verschiedensten familienfreundlichen Einrichtungen des Stadtteils einmal kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.  Foto Joerg Kilian

Sonntagsspaziergang

Zu Denkmälern der Geschichte – der Alte Niendorfer Friedhof

Hier war einmal der Mittelpunkt des Alten Friedhofes. 1956 rückte er näher an den Rand der Kollaustraße, die ausgebaut werden musste. Dafür kam ein großer Teil des Niendorfer Geheges neu hinzu, das von der Berenberg-Gossler-Familie erworben wurde. Rund 800 Gräber wurden umgebettet - eine schwere Aufgabe für den damaligen Friedhofsverwalter Paul Jürs...
Foto Joerg Kilian

1.9.2019  Der Andrang zum Sonntagsspaziergang des Forum Kollau war groß: Rund 60 Interessierte spazierten mit Manfred Meyer über den Alten Niendorfer Friedhof. Es gab eine kurze Einführung über die Entstehung der ersten Begräbnisstätten vor etwa 250 Jahren um die neue Kirche, die der dänische König nach langen Streitereien mit der Hansestadt Hamburg errichten ließ. Der Friedhof wuchs mit der zunehmenden Bevölkerung, wurde im 19. Jahrhundert zweimal erweitert bis 1897 der Neue Friedhof gegenüber angelegt wurde. Manfred Meyer dokumentiert zurzeit die Grabdenkmäler des Alten Friedhofs für ein neues Buch des Forum Kollau, das sich an die Kirchenchronik im nächsten Jahr anschließen soll. Der Rundgang führte zunächst hauptsächlich zu den historischen Grabstätten der Gründerzeit, als sich  Hamburger der Oberschicht, die sich im Gehege ihre Landsitze gebaut hatten, auch gern mit ihren Familienmitgliedern hier bestatten ließen. In einer weiteren Führung im nächsten Jahr wird Näheres über die alten Bauernfamilien des Kirchspiels zu erfahren sein.

Hinter der Familie Willink (Lokstedt) in der Nähe der Kirche befindet sich die Familiengrablege eines Teils der Berenberg-Gosslers. Darunter ist auch Baron Cornelius von Berenberg-Gossler, der 1934 lieber seine Landsitz im Niendorfer Gehege abreißen ließ als ihn den Nationalsozialisten zu überlassen. Foto Joerg Kilian

Bäckermeister Kemm aus Altona erfand1782 einen besonders leckeren und haltbaren braunen Kuchen. Heinrich Flentje erwarb das Rezept 1890 und so wurde der berühmte Kemm`sche Kuchen lange in Lokstedt gebacken. In großen Mengen, denn jetzt war die Herstellung industriell möglich. Mit seiner originalgetreuen Verpackung, die Manfred Meyer hochhält, ist das Traditionsgebäck nach Besitzerwechseln seit einiger Zeit wieder zu kaufen.
Foto Joerg Kilian

Evelyn Hamann wuchs in Niendorf auf und besuchte das Bondenwald-Gymnasium. Bekannt wurde sie als Partnerin von Loriot und durch viele Filme und Fernsehserien. "Weihnachten bei Hoppenstedts" gehört inzwischen zu den Klassikern der Feiertage.  Foto Ingelor Schmidt

Die große Familie Merck hat mehrere Grabstätten in Niendorf. Ihre Villa im Gehege wurde bekannt, als Till Schweiger hier einzog. Heute gehört sie einem Mitglied der Familie Otto.   Foto Joerg Kilian

Ein Blick in das Heymann-Mausoleum, das nicht mehr als Begräbnisstätte genutzt wird, aber als markantes Beispiel der Niendorfer Friedhofskultur erhalten bleibt.  Foto Joerg Kilian

Dies war bis vor neun Jahren die Grabstätte der Familie Mutzenbecher. Nur noch der Findling steht, Plakette und Steinkissen wurden entfernt. Das ist betrüblich, denn gerade erwacht die Mutzenbecher Villa als Lernort zu neuem Leben. Ihr Erbauer, Hermann Franz Matthias Mutzenbecher (1855–1932) war Gründer und Direktor der „Albingia-Versicherungsgesellschaft“ und der „Hamburg-Mannheimer“ Versicherungsgesellschaft, förderte die Hamburger Universität in ihrer Gründungszeit vor hundert Jahren.  Er ließ seinen heute unter Denkmalschutz stehenden Landsitz um 1900 von dem bekannten Hamburger Architekten Elingius im Niendorfer Gehege errichten, dazu auch das in Sichtweite liegende sog. "Verlobungshaus".
Foto Ingelor Schmidt

Jahreshauptversammlung

Vorstand einstimmig bestätigt

Im Juli 2019 - Von „Sommerpause“ kann ja bei zurzeit über 30 Grad noch eigentlich keine Rede sein…Aber nun kehrt das Forum Kollau mit seinem arbeitsfreudigen Vorständlern und Projektverfolgern nach einem sehr anstrengenden ersten Halbjahr nach und nach an die ehrenamtlichen Plätze zurück.

Dass sich die Betriebsamkeit erfolgreich auswirkte, erfuhren wir auf unserer Jahreshauptversammlung am 25. Juni: Es gab viel Anerkennung für die geleistete Arbeit. Vor allem das Buch zum 100. Geburtstag des Niendorfer TSV, das gerade aus der Taufe gehoben worden war, wurde allgemein gelobt.

Und so freuten wir uns, dass alle neu zu wählenden Vorstandsmitglieder in ihrem Amt einstimmig von den trotz Hitze zahlreich erschienenen Mitgliedern bestätigt wurden und weitermachen werden.

Der neue Vorstand ist der alte: Jürgen Frantz/Revisor, Siegbert Rubsch, Rainer Funke, Barbara Ahrons, Ingelor Schmidt, Herwyn Ehlers, Joerg Kilian, Ehrenmitglied Hans-Joachim Jürs als ständige Begleitung, Detlef Malchers (v.r.n.l). Nicht auf dem Foto: Sebastian Dorsch, Axel Thiemann/Revisor

Sonntagsspaziergang

 Auf Spurensuche im alten Dorf

Klaus-Peter Heße zeigt bei seinen anschaulichen Führungen viele alte Fotos von „damals“ Klaus-Peter Heße zeigt bei seinen anschaulichen Führungen viele alte Fotos von „damals“
Dorfidylle am Gedenkstein um 1900... Dorfidylle am Gedenkstein um 1900...

16.6.2019 - Spurensuche auf dem Tibarg: Etwa 30 Spaziergänger erkundeten mit Klaus-Peter Heße, wie sich die ehemalige Hauptstraße Niendorfs, der heutige Tibarg, verändert hat und wo es noch etwas vom alten Dorf zu entdecken gibt. Besonders interessiert war man an den Verwüstungen des Bombenangriffs im Juli 1943, die vom Lehrer Max Möller trotz Fotografierverbotes, das mit der Todesstrafe verfolgt werden konnte, mit der Kamera festgehalten wurden. Kreuz und quer ging es vom Marktplatz zur Straßenbahnkehre, über Sundermanns zur Lippertschen Villa mit einem der ältesten Bäume Norddeutschlands, zum Pflug vom Bauern Wullenweber und zum Tibarg Center. Hier steht der große Up-ewig-ungedeelt-Stein neben seinem „Zubehör“, einer Doppeleiche. Der Gedenkstein erinnert an die im Mittelalter vereinbarte Unteilbarkeit von Schleswig und Holstein und war einst der Stolz eines jeden holsteinischen Dorfes.

Um den Gedenkstein sollte es heute etwas freundlicher aussehen… Um den Gedenkstein sollte es heute etwas freundlicher aussehen…

In Niendorf wirkt das Ensemble leider ziemlich traurig und lieblos hergerichtet. Der alte, schöne Baum ist hinter den Zaun der Gaststätte gezwängt, die einmal Zur Doppeleiche hieß und heute als Porto Marina mediterranes Flair zu versprühen sucht. Vor dem wuchtigen Stein finden die Tauben reichlich Nahrung und meistens ist auch er eingezäunt, mit Fahrrädern… Hoffentlich kann diese kleine, aber wichtige Erinnerungsstätte einmal etwas ansprechender gestaltet werden. Das Forum Kollau würde gern dabei unterstützen, wenn sich engagierte Sponsoren finden…

Jubiläum

Ein Verein bewegt den Stadtteil

Rainer Funke würdigte in seinem Grußwort die gesellschaftspolitische Verantwortung des Vereins. Im Hintergrund v.l.n.r. Nils Kahn, Matthias Morfeld und Joerg Kilian (Foto: Katrin Hainke) Rainer Funke würdigte in seinem Grußwort die gesellschaftspolitische Verantwortung des Vereins. Im Hintergrund v.l.n.r. Nils Kahn, Matthias Morfeld und Joerg Kilian (Foto: Katrin Hainke)

14.06.2019 – Mit einem großen Festakt wurde am Nachmittag das 100-jährige Jubiläum des Niendorfer TSV in der Tennishalle am Sachsenweg begangen. Hunderte Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft, sowie ehrenamtlich tätige Mitglieder des Vereins. Mit der Moderation von Pressewart Matthias Morfeld gab es eine ganze Reihe von Grußworten, Ehrenbekundungen und Preisübergaben.

Auf dem Podium: Vorsitzender Nils Kahn, Erwin Jürs, Sportsenator Andy Grote, Bezirksamtleiter Kay Gätgens, Präsident des Hamburger Sportbundes Dr. Jürgen Mantell und neben vielen Weiteren auch der ehemalige Ortsamtleiter Hartmut Leschner, der den erstmals gestifteten "Carl-Ohl-Preis" überreichte.

Highlight des Nachmittags – zumindest für das Forum Kollau: Die feierliche Übergabe des Jubiläumsbuchs "Ein Verein bewegt den Stadtteil – 100 Jahre Niendorfer TSV". Rainer Funke richtete sein Grußwort auf die gesellschaftspolitische Verantwortung und Leistung des Vereins im Wandel über die letzten einhundert Jahre während Joerg Kilian – der mit dem Autor des Buchs, Jan Abele eng zusammen gearbeitet hat – einige Hintergründe zur Entstehung dieser besonderten Chronik beleuchtete, dabei die führende Rolle des Forum Kollau darstellte und all denjenigen dankte, die zum Gelingen beigetragen haben.

Danach gab es bei einem Umtrunk reichlich Gelegenheit sich im munteren Gespräch auszutauschen. Ein gelungener Auftakt für die Festwochen des Niendorfer TSV!

 

Zum Buch "Ein Verein bewegt den Stadtteil – 100 Jahre Niendorfer TSV"

Einweihung

Grenzsteine erzählen Geschichte

Der schlichte Grenzstein von 1900 zwischen Hamburg und dem holsteinischen Lokstedt, das zu Preußen gehörte, wurde nach den langen Bauarbeiten auf dem Campus Lehre der Uni-Klinik Eppendorf am historischen Ort wieder aufgestellt. Links Joerg Kilian  und rechts Rolf-Rüdiger Wendt, beide „Grenzsteinexperten“, zusammen mit Mitarbeitern des UKE

11.06.2019 - Einen kleinen festlichen Moment gab es  vor dem Campus Lehre auf dem weitläufigen Gelände der Universitätsklinik Eppendorf. Hier direkt an der Süderfeldstraße in Lokstedt verlief einmal die Grenze zwischen dem preußischen Schleswig-Holstein und der Freien und Hansestadt Hamburg. Markiert wurde sie durch Grenzsteine, von denen sich eine ganze Reihe im Eimsbütteler Bereich erhalten hat. Der historische Grenzstein von 1910 vor dem Campus-Gebäude wurde nun kürzlich restauriert, wieder fast genau an Ort und Stelle platziert und der Öffentlichkeit übergeben. Mit dabei waren Mitarbeiter des Campus Lehre, des UKE, des Denkmalschutzes sowie einige „Grenzsteinexperten“ aus den Geschichtswerkstätten im Umfeld.

 

Vom Forum Kollau kam Joerg Kilian, der vor drei Jahren zusammen mit Joachim Grabbe († 2016)  zwischen Lokstedt, Eppendorf und Eimsbüttel fast 20 Grenzsteine mit QR-Codes versehen hatte, damit Spaziergänger schnell informiert sind, um was es sich bei den schlichten Stelen, die mit P für Preußen und H für Hamburg markiert sind, eigentlich handelt. http://www.forum-kollau.de/grenzsteine/
 
Auf dem Campusgelände wurde auch eines der halbrunden Schilder aufgestellt, auf dem die näheren Umstände der nicht immer unkomplizierten Beziehungen zwischen Hamburg und dem schleswig-holsteinischen Umland erklärt werden. Erst nach dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1867 wurde das lange unter dänischer Ägide stehende Holstein und damit auch Lokstedt in den siegreichen preußischen Staat eingegliedert. Eppendorf gehörte jedoch schon lange zu Hamburg. Und erst nach weiteren 70 Jahren wurden u.a. auch die preußischen Landgemeinden Lokstedt, Niendorf und Schnelsen 1937 der Hansestadt einverleibt. Die Grenzsteine jedoch blieben erstaunlicherweise erhalten und erinnern an eine lange Geschichte, in der Kriege noch um Grenzziehungen hervorgerufen wurden… 

 

Text und Fotos Ingelor Schmidt

Vortrag

Seitenrisalithäuser in Schnelsen

07.05.2019 - Mehr als 30 Zuhörer lauschten im Freizeitzentrum Schnelsen dem Vortrag "Seitenrisalithäuser" von Manfred Meyer. Viele der Besucher sehr interessiert und gut vorbereitet, da sie als Hausbesitzer der dokumentierten Häuser in der anschließenden Frage- und Antwortrunde sehr präzise Fragen stellten. Besonders schön fanden die Zuhörer die kleine Straßenbahn, die plötzlich auf der Leinwand erschien, am Niendorfer Marktplatz kurz halt machte und dann weiter nach Schnelsen fuhr.
Der Vortag wurde als spannend und unterhaltsam empfunden, viele Fragen wurden beantwortet und alle freuten sich, etwas mehr über den dokumentierten Haustyp erfahren zu haben. Viele hatten das Buch zum Vortrag bereits im Vorfeld erworben, hatten jedoch auch große Freude an den Plakaten der Ausstellung, auf denen alle Häuser in Schnelsen miteinander verglichen weren konnten.

 

Foto Joerg Kilian

Sonntagsspaziergang

Spaziergang durch die Geschichte des Niendorfer Geheges

14.04.2019 - Mit dem traditionellen Spaziergang auf historischen Wegen durch das Niendorfer Gehege eröffnete  das Forum Kollau die Open-Air-Veranstaltungen. Der Frühling ließ leider auf sich warten, es war nass und sehr kalt. Davon ließen sich aber 95 (!) Spaziergänger keineswegs beeindrucken, sondern folgten Herwyn Ehlers und Hans-Joachim Jürs gut zwei Stunden zu den Villen, die hier Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Ihre Parks sind nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der schönsten Naherholungsbereiche Hamburgs geworden.

Großes Interesse gab es für die Mutzenbecher Villa, deren große Veranda gerade restauriert und Ende Mai eingeweiht werden soll. 45 Unentwegte zog es nach Ende des Spaziergangs noch zu einer anderen Baustelle: Im denkmalgeschützten Garten der Villa Puls, dem heutigen Elim, wird das große Wasserbecken gerade saniert und der Garten wieder angelegt.

 

Fotos Axel Thiemann

Ausstellungsführung

Zum Geburtstag alles über das revolutionäre Hamburg

10.02.2019 - Revolution! Revolution? Zu einer Sonderführung durch diese faszinierende Ausstellung  trafen  sich 16 Mitglieder und Freunde des Forum Kollau am im Museum  für Hamburgische Geschichte. Eingeladen dazu hatte das Forum Kollau anlässlich seines 8. Geburtstages. „Es ist wichtig zu wissen, wie und warum nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges und den schrecklichen Lebensbedingungen danach vor 100 Jahren die erste Demokratie in Deutschland und hier bei uns versuchte Fuß zu fassen. Und sich darauf zu besinnen, was wir heute noch diesen Anfängen verdanken“, sagte Ingelor Schmidt in ihrer Begrüßungsansprache.  Der Historiker Dominik Kloss führte die Gruppe zu den wichtigsten Punkten der Ausstellung, erklärte Zusammenhänge, wies auf besondere Exponate und ihre Hintergründe hin. Einer der  Teilnehmer befand: „Eigentlich habe ich gar nicht richtig gewusst, was sich hier in Hamburg alles zugetragen hat – das ist ja hochinteressant!“  und sprach damit auch für die anderen. Also wenn sich jeder beim Nachhause gehen ein wenig bereichert gefühlt hat, ist das ein schönes Geburtstagsgeschenk für uns!


Foto: W. Hertwig

Bildervortrag

Ein guter Start ins neue Jahr

25.1.2019 - Es war sein 19. Bildervortrag „Niendorf jetzt und einst“, den Hans Joachim Jürs im Berenberg-Gossler-Haus/Bürgerhaus Niendorf hielt. Übernommen hat er ihn von seinem verstorbenen Bruder Kurt. Dieser hat den Vortrag aus vielen Jürs-Familienbildern und Fotos des Lehrers Max Möller, der das zerbombte Niendorf unmittelbar nach dem Angriff 1943 fotografierte,  zusammengestellt und über zwanzigmal in die Öffentlichkeit gebracht. 
Die Familie Jürs ist seit 1806 in Niendorf ansässig und hat über Generationen die Friedhofsverwaltung bis in unsere Zeit inne gehabt. Mit neuen Fotos hat Hans Joachim Jürs, Architekt und Hobbyfotograf, den Vortrag stetig aktualisiert, sodass auch die neuen Niendorfer erkennen können, wie und wo sich der Stadtteil veränderte. „Unsere Vororte, wie wir sie heute wahrnehmen, entstanden erst nach dem Krieg und verändern sich gerade wieder sehr! Es ist so wichtig zu wissen, was die Wurzeln sind für das so angenehme Leben hier bei uns. Das Wissen um die Historie des Ortes an dem man lebt, schafft ein besonderes Heimatgefühl – was immer wichtiger wird in diesen Zeiten der Veränderungen“, sagte Ingelor Schmidt in ihrer Begrüßungsansprache und sprach dabei auch vielen der jüngeren Besucher aus dem Herzen.
Auch diesmal war die Veranstaltung– die erste im Programm des neuen Forum Kollau-Jahres - mit rund 90 Besuchern sofort ausverkauft. Mit anderen Worten: Hans Joachim Jürs, der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag feiert, kann und wird sich nicht zur Ruhe setzen…


Foto: Axel Thiemann