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Berichte 2019

Einweihung

Grenzsteine erzählen Geschichte

Der schlichte Grenzstein von 1900 zwischen Hamburg und dem holsteinischen Lokstedt, das zu Preußen gehörte, wurde nach den langen Bauarbeiten auf dem Campus Lehre der Uni-Klinik Eppendorf am historischen Ort wieder aufgestellt. Links Joerg Kilian  und rechts Rolf-Rüdiger Wendt, beide „Grenzsteinexperten“, zusammen mit Mitarbeitern des UKE

11.06.2019 - Einen kleinen festlichen Moment gab es  vor dem Campus Lehre auf dem weitläufigen Gelände der Universitätsklinik Eppendorf. Hier direkt an der Süderfeldstraße in Lokstedt verlief einmal die Grenze zwischen dem preußischen Schleswig-Holstein und der Freien und Hansestadt Hamburg. Markiert wurde sie durch Grenzsteine, von denen sich eine ganze Reihe im Eimsbütteler Bereich erhalten hat. Der historische Grenzstein von 1910 vor dem Campus-Gebäude wurde nun kürzlich restauriert, wieder fast genau an Ort und Stelle platziert und der Öffentlichkeit übergeben. Mit dabei waren Mitarbeiter des Campus Lehre, des UKE, des Denkmalschutzes sowie einige „Grenzsteinexperten“ aus den Geschichtswerkstätten im Umfeld.

 

Vom Forum Kollau kam Joerg Kilian, der vor drei Jahren zusammen mit Joachim Grabbe († 2016)  zwischen Lokstedt, Eppendorf und Eimsbüttel fast 20 Grenzsteine mit QR-Codes versehen hatte, damit Spaziergänger schnell informiert sind, um was es sich bei den schlichten Stelen, die mit P für Preußen und H für Hamburg markiert sind, eigentlich handelt. http://www.forum-kollau.de/grenzsteine/
 
Auf dem Campusgelände wurde auch eines der halbrunden Schilder aufgestellt, auf dem die näheren Umstände der nicht immer unkomplizierten Beziehungen zwischen Hamburg und dem schleswig-holsteinischen Umland erklärt werden. Erst nach dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1867 wurde das lange unter dänischer Ägide stehende Holstein und damit auch Lokstedt in den siegreichen preußischen Staat eingegliedert. Eppendorf gehörte jedoch schon lange zu Hamburg. Und erst nach weiteren 70 Jahren wurden u.a. auch die preußischen Landgemeinden Lokstedt, Niendorf und Schnelsen 1937 der Hansestadt einverleibt. Die Grenzsteine jedoch blieben erstaunlicherweise erhalten und erinnern an eine lange Geschichte, in der Kriege noch um Grenzziehungen hervorgerufen wurden… 

 

Text und Fotos Ingelor Schmidt

Vortrag

Seitenrisalithäuser in Schnelsen

07.05.2019 - Mehr als 30 Zuhörer lauschten im Freizeitzentrum Schnelsen dem Vortrag "Seitenrisalithäuser" von Manfred Meyer. Viele der Besucher sehr interessiert und gut vorbereitet, da sie als Hausbesitzer der dokumentierten Häuser in der anschließenden Frage- und Antwortrunde sehr präzise Fragen stellten. Besonders schön fanden die Zuhörer die kleine Straßenbahn, die plötzlich auf der Leinwand erschien, am Niendorfer Marktplatz kurz halt machte und dann weiter nach Schnelsen fuhr.
Der Vortag wurde als spannend und unterhaltsam empfunden, viele Fragen wurden beantwortet und alle freuten sich, etwas mehr über den dokumentierten Haustyp erfahren zu haben. Viele hatten das Buch zum Vortrag bereits im Vorfeld erworben, hatten jedoch auch große Freude an den Plakaten der Ausstellung, auf denen alle Häuser in Schnelsen miteinander verglichen weren konnten.

 

Foto Joerg Kilian

Sonntagsspaziergang

Spaziergang durch die Geschichte des Niendorfer Geheges

14.04.2019 - Mit dem traditionellen Spaziergang auf historischen Wegen durch das Niendorfer Gehege eröffnete  das Forum Kollau die Open-Air-Veranstaltungen. Der Frühling ließ leider auf sich warten, es war nass und sehr kalt. Davon ließen sich aber 95 (!) Spaziergänger keineswegs beeindrucken, sondern folgten Herwyn Ehlers und Hans-Joachim Jürs gut zwei Stunden zu den Villen, die hier Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Ihre Parks sind nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der schönsten Naherholungsbereiche Hamburgs geworden.

Großes Interesse gab es für die Mutzenbecher Villa, deren große Veranda gerade restauriert und Ende Mai eingeweiht werden soll. 45 Unentwegte zog es nach Ende des Spaziergangs noch zu einer anderen Baustelle: Im denkmalgeschützten Garten der Villa Puls, dem heutigen Elim, wird das große Wasserbecken gerade saniert und der Garten wieder angelegt.

 

Fotos Axel Thiemann

Ausstellungsführung

Zum Geburtstag alles über das revolutionäre Hamburg

10.02.2019 - Revolution! Revolution? Zu einer Sonderführung durch diese faszinierende Ausstellung  trafen  sich 16 Mitglieder und Freunde des Forum Kollau am im Museum  für Hamburgische Geschichte. Eingeladen dazu hatte das Forum Kollau anlässlich seines 8. Geburtstages. „Es ist wichtig zu wissen, wie und warum nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges und den schrecklichen Lebensbedingungen danach vor 100 Jahren die erste Demokratie in Deutschland und hier bei uns versuchte Fuß zu fassen. Und sich darauf zu besinnen, was wir heute noch diesen Anfängen verdanken“, sagte Ingelor Schmidt in ihrer Begrüßungsansprache.  Der Historiker Dominik Kloss führte die Gruppe zu den wichtigsten Punkten der Ausstellung, erklärte Zusammenhänge, wies auf besondere Exponate und ihre Hintergründe hin. Einer der  Teilnehmer befand: „Eigentlich habe ich gar nicht richtig gewusst, was sich hier in Hamburg alles zugetragen hat – das ist ja hochinteressant!“  und sprach damit auch für die anderen. Also wenn sich jeder beim Nachhause gehen ein wenig bereichert gefühlt hat, ist das ein schönes Geburtstagsgeschenk für uns!


Foto: W. Hertwig

Bildervortrag

Ein guter Start ins neue Jahr

25.1.2019 - Es war sein 19. Bildervortrag „Niendorf jetzt und einst“, den Hans Joachim Jürs im Berenberg-Gossler-Haus/Bürgerhaus Niendorf hielt. Übernommen hat er ihn von seinem verstorbenen Bruder Kurt. Dieser hat den Vortrag aus vielen Jürs-Familienbildern und Fotos des Lehrers Max Möller, der das zerbombte Niendorf unmittelbar nach dem Angriff 1943 fotografierte,  zusammengestellt und über zwanzigmal in die Öffentlichkeit gebracht. 
Die Familie Jürs ist seit 1806 in Niendorf ansässig und hat über Generationen die Friedhofsverwaltung bis in unsere Zeit inne gehabt. Mit neuen Fotos hat Hans Joachim Jürs, Architekt und Hobbyfotograf, den Vortrag stetig aktualisiert, sodass auch die neuen Niendorfer erkennen können, wie und wo sich der Stadtteil veränderte. „Unsere Vororte, wie wir sie heute wahrnehmen, entstanden erst nach dem Krieg und verändern sich gerade wieder sehr! Es ist so wichtig zu wissen, was die Wurzeln sind für das so angenehme Leben hier bei uns. Das Wissen um die Historie des Ortes an dem man lebt, schafft ein besonderes Heimatgefühl – was immer wichtiger wird in diesen Zeiten der Veränderungen“, sagte Ingelor Schmidt in ihrer Begrüßungsansprache und sprach dabei auch vielen der jüngeren Besucher aus dem Herzen.
Auch diesmal war die Veranstaltung– die erste im Programm des neuen Forum Kollau-Jahres - mit rund 90 Besuchern sofort ausverkauft. Mit anderen Worten: Hans Joachim Jürs, der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag feiert, kann und wird sich nicht zur Ruhe setzen…


Foto: Axel Thiemann